Lesung mit Bestsellerautorin Rebekka Endler: „Das Patriarchat der Dinge“ 

Gemeinsame Aktion der Bamberger Clubs zum Weltfrauentag

 

Warum sind die Frauen vor den Toiletten eigentlich immer so lang und bei den Männern nicht? Die Journalistin Rebekka Endler aus Köln stieß bei einer ganz normalen journalistischen Recherche auf das Thema ihres ersten Buches: Toiletten für Frauen sind im öffentlichen Raum Mangelware, öffentliche Urinale und Pissoirs schon immer nur für Männer konzipiert und gebaut. Frauen müssen sich im Alltag „beherrschen“ und oft lange nach dem nächsten Klo fahnden… 
Patriarchale Ungerechtigkeiten, die unseren Alltag prägen – schnell kamen immer mehr Dinge zusammen: Sicherheitsgurte und Autodesign, das Frauenleben gefährdet, weil auf Männer zugeschnitten; technische Geräte, die für Männer leicht zu handhaben und auf ihre Körpermaße zugeschnitten sind oder einfach nur die Temperatur in Büroräumen – so konzipiert, dass Männer nicht frieren und Frauen in Nylonstrümpfen und Bluse kalte Füsse bekommen.
200 Seiten habe sie streichen müssen in ihrem Buch, so viel sei bei der Recherche zusammengekommen, gestand die Autorin Rebekka Endler bei ihrer Lesung am 9. März in den Haas-Sälen. Trotzdem blieben 300 Seiten „übrig“. Und so konnte sie jede Menge spannender Fakten und Geschichten erzählen und vorlesen. Und viele Gäste – vor allem die weiblichen – erwischten sich bei dem Gedanken: Stimmt, ist mir auch passiert, aber noch nie so aufgefallen…
Fußballschuhe, die Männern besser passen; Roben, in denen weibliche Richterinnen „versinken“, da für Männer entworfen oder Design, das Geschlechterklischees bedient – alles so schön rosa hier! – das Buch ist eine  Reise durch unseren gelebten Frauen-Alltag und macht aber auch – wie eine Besucherin sagte – manchmal „echt wütend“, was Frauen so nebenbei alles zugemutet wird. 
Eine Lesung mit „Augen-Öffner-Effekt“…! Zu dem Abend eingeladen hatten die drei Bamberger Clubs SI Würgau-Fränkische Schweiz, Wilde Rose und Kunigunde. Anlass: der Weltfrauentag am 8.3.
Der Krieg in der Ukraine war an diesem Abend natürlich nicht vergessen – im Gegenteil. Der gesamte Erlös des Abends – alles lief auf Spendenbasis – kommt einem konkreten Bamberger Hilfsprojekt zugute: Der Online-Plattform „Bamigra“. Hier werden Hilfs-Angebote aller Art für Menschen übersichtlich aufgelistet und gebündelt. Die Plattform soll nun so schnell wie möglich auch auf Ukrainisch weiterhelfen und übersetzt werden. Dazu trägt unsere Spende bei.   
Mehr Infos auf www.bamigra.de 
Text: Tanja Rohr 


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