Frühlingskonzert in der Rostscheune im Bamberger Gärtnerviertel

Musik und Worte zu den lauen Lüften im Wonnemonat Mai mit Susanne Schumm (Harfe) und Heike Bauer-Banzhaf (Texte)

Sonnenschein, Vogelzwitschern, feine Speisen, Getränke und Selbstgemachtes: Das waren perfekte Rahmenbedingungen für das Frühlingskonzert, das der Soroptimist Club Würgau-Fränkische Schweiz an einem herrlichen Frühlingssonntag im wunderbaren Ambiente der Rostscheune im Bamberger Gärtnerviertel veranstaltete. Der Erlös kommt ukrainischen Flüchtlingen zugute.
Die Clubmitglieder hatten gekocht, gebacken und gebraut (eine Maibowle, die reißenden Absatz fand!) und  den Innenhof des Kulturorts in der Färbergasse liebevoll für das Publikum vorbereitet. Tische und Bänke in Sonne und Schatten inmitten des alten, restaurierten Gemäuers, waren mit Blumen geschmückt und luden Jung und Alt zum Verweilen ein. Manche Gäste waren speziell der Einladung gefolgt, die sie in der Zeitung und auf den Online-Kanälen des Clubs gelesen hatten, einige kamen auch vor oder nach einem Besuch des Gärtner- und Häckermuseums (Tag des offenen Museums) oder einem Bummel durch das bekannte Viertel spontan herein. Und alle waren sich einig: "Welch ein schöner Ort für eine solche Veranstaltung", sagten sie in den Gesprächen, die sich beim Kauf der guten Dinge automatisch ergaben.
Apropos Kauf: Neben den Speisen und Getränken des SI Clubs Würgau-Fränkische Schweiz gab es eine Tombola, die auch der Inner Wheel Club Bamberg mitbestückte. Zudem gestalteten diese sehr liebevoll einen Stand, an dem die Damen selbstgemachte Tees, Kräuter, Kleidung und Kosmetik verkauften. Guten Absatz fanden auch die selbst gehäkelten Taschen, die ein kleiner Kreis von Frauen herstellt. Diese sind keine Mitglieder bei Inner Wheel, unterstützen den Club aber durch ihre gespendeten Handarbeiten. Dafür haben sie sich den Namen "Protea Project" gegeben. Das Logo nähen sie in ihre Häkeltaschen, was dem Ganzen einen noch individuelleren Touch gibt.
Doch die Gäste durften nicht nur Schönes anschauen und für den guten Zweck erstehen, sie durften vor allem launige Musik und Worte hören. Susanne Schumm spielte auf der Harfe viele schöne, leichte Melodien, die dem warmen Frühlingssonntag den passenden Rahmen gab. Dazwischen zeigte Heike Bauer-Banzhaf mit herrlich pointierten Texten all die verrückten Situationen und Seiten des Lebens auf, in denen sich jeder wiederfindet. Ob es um das Verhältnis von Mann und Frau ging oder das Verhältnis von Frau zu sich selbst: Die Zuhörer lauschten und lachten begeistert.
Begeisternd war am Ende auch der Erlös, der bei diesem Frühlingskonzert erzielt wurde. 1500 Euro kamen aus dem Verkauf der schönen Dinge und Spenden zusammen und werden für ukrainische Flüchtlinge im Landkreis Bamberg eingesetzt. (Text: v.a. Irmtraud Fenn-Nebel)

 

Gemeinsame Aktion zum Weltfrauentag

Lesung von Bestsellerautorin Rebekka Endler: „Das Patriarchat der Dinge“

Warum sind die Frauen vor den Toiletten eigentlich immer so lang und bei den Männern nicht? Die Journalistin Rebekka Endler aus Köln stieß bei einer ganz normalen journalistischen Recherche auf das Thema ihres ersten Buches: Toiletten für Frauen sind im öffentlichen Raum Mangelware, öffentliche Urinale und Pissoirs schon immer nur für Männer konzipiert und gebaut. Frauen müssen sich im Alltag „beherrschen“ und oft lange nach dem nächsten Klo fahnden…

 

Patriarchale Ungerechtigkeiten, die unseren Alltag prägen – schnell kamen immer mehr Dinge zusammen: Sicherheitsgurte und Autodesign, das Frauenleben gefährdet, weil auf Männer zugeschnitten; technische Geräte, die für Männer leicht zu handhaben und auf ihre Körpermaße zugeschnitten sind oder einfach nur die Temperatur in Büroräumen – so konzipiert, dass Männer nicht frieren und Frauen in Nylonstrümpfen und Bluse kalte Füsse bekommen.

200 Seiten habe sie streichen müssen in ihrem Buch, so viel sei bei der Recherche zusammengekommen gestand die Autorin Rebekka Endler bei ihrer Lesung am 9. März in den Haas-Sälen. Trotzdem blieben 300 Seiten „übrig“. Und so konnte sie jede Menge spannender Fakten und Geschichten erzählen und vorlesen. Und viele Gäste – vor allem die weiblichen – erwischten sich bei dem Gedanken: Stimmt, ist mir auch passiert, aber noch nie so aufgefallen…

Fußballschuhe, die Männern besser passen; Roben, in denen weibliche Richterinnen „versinken“, da für Männer entworfen oder Design, das Geschlechterklischees bedient – alles so schön rosa hier! – das Buch ist eine  Reise durch unseren gelebten Frauen-Alltag und macht aber auch –wie eine Besucherin sagte – manchmal „echt wütend“, was Frauen so nebenbei alles zugemutet wird.

Eine Lesung mit „Augen-Öffner-Effekt“…! Zu dem Abend eingeladen hatten die drei Bamberger Clubs SI Würgau-Fränkische Schweiz, Wilde Rose und Kunigunde. Anlass: der Weltfrauentag am 8.3.

Der Krieg in der Ukraine war an diesem Abend natürlich nicht vergessen – im Gegenteil. Der gesamte Erlös des Abends – alles lief auf Spendenbasis – kommt einem konkreten Bamberger Hilfsprojekt zugute: Der Online-Plattform „Bamigra“. Hier werden Hilfs-Angebote aller Art für Menschen übersichtlich aufgelistet und gebündelt. Die Plattform soll nun so schnell wie möglich auch auf Ukrainisch weiterhelfen und übersetzt werden. Dazu trägt unsere Spende bei.   

Mehr Infos auf www.bamigra.de

 

SI-Aktion zum Weltfrauentag: Am 9. März 2022 Lesung zum "Patriarchat der Dinge"

Bestseller-Autorin Rebekka Endler zu Gast in Bamberg

Der Mann ist das Maß aller Dinge. Wortwörtlich. Unsere Umwelt wurde von Männern für Männer gestaltet. In ›Das Patriarchat der Dinge‹ öffnet Rebekka Endler uns die Augen für das am Mann ausgerichtete Design, das uns überall umgibt. Und sie zeigt, welche mitunter lebensgefährlichen Folgen das für Frauen hat.

Unsere komplette westliche Medizin ist beispielsweise – mit Ausnahme der Gynäkologie – auf den Mann geeicht. Von Diagnostikverfahren und medizinischen Geräten bis hin zur Dosierung von Medikamenten. Aber auch die Dummys für Crash-Tests sind am männlichen Körper ausgerichtet und damit das ganze Auto samt Airbags und Sicherheitsgurten. Der öffentliche Raum ist ebenso für Männer gemacht: Architektur, Infrastruktur und Transport, sogar die Anzahl öffentlicher Toiletten. Wer überlebt einen Herzinfarkt? Wer friert am Arbeitsplatz und für wen ist er gestaltet? Das Patriarchat ist Urheber und Designer unserer Umwelt. Wenn wir uns das bewusst machen, erscheinen diese Fragen plötzlich in einem neuen Licht. (Quelle: dumont-Verlag, München)

REBEKKA ENDLER arbeitet als freie Autorin, Journalistin und Podcasterin. ›Das Patriarchat der Dinge‹ ist ihr erstes Buch.

Am 9. März 2022 um 19 Uhr ist Rebekka Endler zu Gast in den Haas-Sälen in Bamberg. Eingeladen haben die drei Soroptimist-Clubs aus dem Bamberger Raum (Würgau-Frk. Schweiz, Wilde Rose, Kunigunde). Wir freuen uns auf einen spannenden literarischen Abend! Eintritt frei

Rebekka Endler | Autoren | DuMont Buchverlag (dumont-buchverlag.de)


 

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Orange Days 2021 - unsere Bierdeckel-Aktion läuft langsam an

Am 25. November beginnen wie jedes Jahr die "Orange Days": Sie machen international auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Unser Club beteiligt sich daran: Wir verteilen in Gaststätten, Kinos und Cafés in Bamberg und in der Fränkischen Schweiz orange Bierdeckel mit dem Logo der Aktion. Wir bitten Gastronominnen und Gastronomen, die Bierdeckel während des Aktionszeitraums vom 25.11. bis zum 10.12. in ihren Lokalen auszulegen. So wollen wir möglichst breit gestreut und über die ganzen 16 Tage hinweg auf die "Orange Days" hinweisen.... Auch unsere Clubschwestern von Bamberg-Kunigunde und Bamberg- Wilde Rose unterstützen uns dabei. Die ersten Bierdeckel sind schon an Ort und Stelle - zum Beispiel im "Hotel Bergschlösschen" in Bamberg und im Gasthof Wichert in Sassanfahrt... Danke für´s Mitmachen! 

SI-Clubtreffen am 8. November

Alena Sinnapoo hält Vortrag über Forschung zu Frauen und Straßennamen im Bamberger Raum

Zu unserem Clubabend am 8.11. war Alena Sinnapoo, Studentin aus Heidelberg, per ZOOM-link zugeschaltet. Sie hat für unseren Club in monatelanger Arbeit Daten,Fakten und Zahlen gesammelt und ausgewertet: Dabei ging es um die Frage, wie oft Frauennamen auf Straßenschildern im Landkreis Bamberg genannt werden. Das Ergebnis ihrer Studie: 257 Männer werden mit einer eigenen Straße geehrt und tauchen für jedermann sichtbar im Stadtbild auf. Nur 31 Frauen haben ein eigenes Straßenschild - die meisten von ihnen Heilige oder Ordensschwestern. Keine WIssenschaftlerin, keine Autorin, keine Künstlerin, kein Opfer der Hexenverbrennungen oder der Judenverfolgung im Bamberger Raum. Unser Club möchte, dass sich dieses krasse Mißverhältnis ändert, das es auch in fast allen andern deutschen Städten gibt. Auch Frauen sollten heute im Stadtbild sichtbar sein mit ihren Verdiensten - darauf wollen wir aufmerksam machen und dazu überlegen wir uns gerade Aktionen. 


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